Juni 2005

Deutschlandpokal 2005

Verflixte Zweitwertung

Stadtmusikanten
Nächtlicher Besuch bei den
Bremer Stadtmusikanten

Nur zu fünft konnten wir am vergangenen Freitag (10.06.2005) zum Deutschlandpokal nach Bremen reisen, einer unserer Denkstrategen musste seine Teilnahme leider aus familiären Gründen kurzfristig absagen. Dennoch machten wir uns frohen Mutes auf die lange Reise in den Norden. Zu unserem Glück waren die Autobahnen staufrei, so dass wir bereits um 15:00 Uhr unsere Zimmer im Hotel beziehen konnten. Kurze Zeit später machten wir uns auf, um der Bremer Innenstadt einen Besuch abzustatten und natürlich um dort einige unsere Bremer Schachfreunde zu treffen. Auch die Mannschaftsaufstellung für das Turnier wurde hierbei unter Dach und Fach gebracht, wenn auch auf eine etwas ungewöhnliche Art und Weise. Da wir uns nicht einigen konnten, wer an welchem Brett spielt, wurde gelost. Die Auslosung übernahmen Dirk Fuhrmann und Olaf Giel, beides Bremer, und heraus kam: Brett 1: Hubert Kugel, Brett 2: Reinald Kloska, Brett 3: Uwe Gantner, Brett 4: Joachim Dressler und Ersatz: Kai Götzmann.

Was man abends in Bremen neben Marktplatz, Schnoor und netten Kneipen noch alles erleben kann, ist schon erstaunlich. Gegen 23:00 Uhr, wir waren auf dem Weg zur Straßenbahnstation, wurden wir Zuschauer einer besonderen Tanzsession. In einem größeren Brunnen in Nähe des Doms tanzte eine in spärliches weiß gekleidete Ballerina. Man muss dazu erwähnen: Es war für Juni ziemlich kalt, maximal 15, und das Wasser erst!

Brunnentanz
Eiskalter Brunnentanz

Trotz oder gerade wegen des geselligen Vorabends machten wir uns am frühen Samstag auf ins Kundencenter des Werkes Bremen, in dem der Deutschlandpokal stattfand. Zuerst stand das Mannschaftsturnier an, welches in sechs Runden Schweizer System ausgetragen wurde. Favoriten waren Mannheim und Bremen, der Seriensieger Stuttgart war hingegen nur als Außenseiter zu betrachten, denn einige ihrer stärksten Spieler waren verhindert. Wir selbst liebäugelten mit der Bronzemedaille, auch wenn wir dazu viel Glück auf unserer Seite hätten haben müssen.

In der ersten Runde, wir traten gegen Wörth an und Kai pausierte, erhielten wir bereits einen herben Dämpfer für unsere Bronze-Träume. Wörth nahm uns ein 2:2 Unentschieden ab. Mannheim II bereitete uns hingegen weniger Probleme und wir konnten sie 3,5:0,5 schlagen. Die dritte Runde, Gegner war Stuttgart I, durfte keinesfalls verloren gehen, wenn wir uns noch irgendwie Chancen auf einen Podestplatz erhalten wollten. Das 2:2 war gegen die überlegenen Kontrahenten ein wichtiger Teilerfolg. Gegen Mannheim I, den Turnierfavoriten, hatten wir in der vierten Runde leider nichts zu bestellen. Selbst die 1:3 Niederlage ist eher als Erfolg zu werten, erwartet werden durfte nämlich ein 0:4.

Trotz dieser Niederlage lagen wir um den dritten Rang gut im Rennen und nach der Vorschlussrunde, in der wir Bremen II mit 4:0 schlugen, hatten wir diesen Platz inne. Der Vorsprung vor den Verfolgern war jedoch so knapp, dass ein weiterer Sieg in der letzten Runde her musste. Ein schweres Unterfangen, denn der Gegner hieß Bremen I, nach Papierform das zweitstärkste Team hinter Mannheim I. Dennoch lief es gut für uns an, denn Reinald und Uwe konnten an den Spitzenbrettern schnell remisieren. Als dann auch noch Joachim ein Remis meldete, hofften wir alle auf einen Sieg von Kai. Bei einer unübersichtlichen Tauschabwicklung verblieb Kai jedoch mit einer Figur weniger, so dass mit einem knappen Verlust zu rechnen war. Irgendwie gelang es aber auch Kai noch, ein Remis zu erreichen, so dass wir ein glückliches 2:2 erreichten. Da jedoch unsere Verfolger jeweils hoch gewannen, konnten sie leider zu uns aufschließen und aufgrund der besseren Brettpunkte, der Zweitwertung bei Punktgleichheit, sogar vorbei ziehen.

Endstand Mannschaftsturnier als pdf-file

Siegerehrung Mannschaftsturnier
Siegerehrung Mannschaftsturnier

Nach der Mittagspause, die durch eine hervorragende Gulaschsuppe versüßt wurde, begann das elfrundige Einzelblitzturnier, in dem es für uns nur das Ziel gab, unter die ersten 10 zu kommen. Dieses Ziel verloren Uwe, Kai und Reinald nie aus den Augen, denn über die ganze Turnierdauer hinweg lagen sie zwar knapp hinter der Spitze, verloren den Anschluss aber nie vollständig. So konnten sich zum Ende tatsächlich drei unserer Spieler unter den ersten 10 platzieren, was übrigens sonst keinem anderen Team gelang. Kai und Uwe wurden mit 6 erzielten Punkten 9. bzw. 7., Reinald erreichte Dank eines fulminanten Schlussspurts den vierten Platz mit 7 Punkten. Aber auch bei Reinald schlug die Zweitwertung zu, denn nur diese trennte ihn vom punktgleichen Dritten. Bei Hubert und Joachim lief es nicht wie gewünscht, sie mussten sich bei 4,5 bzw. 3,5 Punkten mit den Plätzen 29 und 36 zufrieden geben. Sieger des Turniers wurde Ralf Müller, Stuttgart, vor Dirk Fuhrmann, Bremen, und Helmut Klee, Mannheim.

Endstand Einzelblitzturnier als pdf-file

Siegerehrung Einzelturnier
Siegerehrung Einzelblitzturnier
Rolf Müller, Helmut Klee, Dirk Fuhrmann

Zum einem sehr gelungenen Turnier- und Tagesausklang trug die Feier zum 25-jährigen Bestehen der SG Stern Bremen in der Auslieferhalle des Kundencenters bei. Neben uns Schachspielern trugen auch Bowler und Fußballer (Kleinfeld) Turniere aus, so dass die Halle sehr gut gefüllt war und sofort bei guter Life-Musik die beste Stimmung aufkam. Bis tief in die Nacht wurde ausgiebigst gefeiert.

Den Sonntag nutzen wir zum Erkunden von Bremen. Die Besichtigung des Rathauses und des St. Jacobus Packhauses waren überaus interessant und gaben uns Einblicke in die Bremer Geschichte. Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit, so dass längere Wege im Freien nur sehr nass bewältigt werden konnten. Trotzdem konnten wir auch diesen Tag genießen, bevor wir uns am Montag auf die Heimreise gen Süden auf machten.

Der Deutschlandpokal in Bildern
Bilder von Axel Brandt
Bilder von Olaf Giel